23 Häuser sagen NEIN

Wir sind die Mieter*innen-Initiative 23 Häuser sagen NEIN – ein Bündnis der 23 Berliner Häuser, die von Anja und Christian Hollmann an die Deutsche Wohnen SE verkauft wurden. Dieser Kauf betrifft rund 400 Wohnungen und 40 Kleingewerbe. Die meisten Mieter*innen der betroffenen Häuser haben sehr zeitverzögert von diesem Verkauf erfahren. Und teils auch vom betroffenen Neuköllner Haus Maybachufer 6, anstatt vom eigenen Bezirksamt. Die Hausgemeinschaft am Maybachufer hat dann kurzerhand mit der Deutsche Wohnen Enteignen, dem Friedrichshainer AKS Gemeinwohl und der AG Starthilfe, dank des Kiezgewerbes und Stefan Klein eine Versammlung aller Häuser am Kreuzberger Mariannenplatz (14.06.2020) einberufen.

Schnell sind wir miteinander ins Gespräch gekommen und haben uns vernetzt. Denn wir sind uns einig: Wir wollen den Ausverkauf der Stadt durch ein DAX-Unternehmen verhindern! Das Bündnis ward gegründet!

Die Deutsche Wohnen ist bekannt für eine unfaire Mietpraxis, schlechte Verwaltung und die Umgehung gesetzlicher Rahmenbedingungen, sodass sie ‘Wohnen’ auch trotz Mietendeckel noch immer zu Renditezwecken ausnutzen kann und perspektivisch auf die Umwandlung in teure Eigentumswohnungen spekuliert. Wir Mieter*innen wollen diesen Sorgen vorbeugen! Deswegen sprechen wir konkret die Entscheidungsträger*innen der Politik an. Denn unsere Forderungen sind klar und deutlich:

(1) Wir fordern die Ausübung des Vorkaufsrecht ALLER Häuser an einen gemeinwohl-orientierten Dritten wie einer landeseigenen Wohnungsgesellschaft oder einer städtischen Wohnungsgenossenschaft. D.h.,

(2) wir fordern die Politik auf, Lösungen zur Abwendung des Kaufs durch die Deutsche Wohnen für vom Milieuschutz ausgenommene Häuser zu suchen.

(3) Wir fordern die Politiker*innen des Abgeordnetenhauses und besonders die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen und Stadtentwicklung auf, die nötigen Zuschüsse bei einem Kauf durch eine sozialverträgliche Gesell- oder Genossenschaft zur Verfügung zu stellen.

(4) Wir fordern weit-greifend bezahlbaren Wohnraum, und den Ausbau einer sozialen Wohnungskultur, wie sie in den Nuller-Jahren bereits versprochen wurde. Zudem fordern wir

(5) die Einführung eines Mietschutzes für Kleingewerbe.

(6) Letztlich fordern wir den Erhalt der lebendigen und vielfältigen Kiezkultur in den betroffenen Bezirken der Stadt.